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Das Bamberger Weihnachtsbuch

Artikelnummer: 10070
Blühende Christbäume, an die Decke genagelte Wipfel, Marzipan als Baumbehang, Geschenke zu Neujahr und das Verbot des Neujahrsschießens - die Bamberger Weihnacht hat sich in den letzten 200 Jahren deutlich verändert. Unsere „traditionelle“ Weihnacht entwickelte sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Frühere Formen des Feierns verschwanden und wurden teilweise später wiederbelebt. Dazu gehören das Drei-Königs-Singen, die hängenden Christbäume oder die Krippen. Das vorliegende Buch bietet ein Kaleidoskop der Bamberger Weihnacht: historische Ansichten und teilweise bekannte, aber meist längst vergessene Textstellen aus alten Bamberger Büchern, Zeitungen und Verordnungen, Weihnachtliches von Bamberger Dichtern und Anmerkungen Bamberger Bürger. Die gesammelten Archivfunde über die Zeit von Advent bis Epiphanias stammen hauptsächlich aus den Jahrzehnten von etwa 1750 bis zum Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeitspanne lässt sich erkennen, wie sich in Bamberg die Weihnachtstraditionen festigten. Zuerst tauchten die kleinen Bäumchen für die Kinderbescherung auf, die blühenden Bäume wichen den Nadelbäumen und die hängenden Bäume kamen auf dem Boden zu stehen, bis im frühen 20. Jahrhundert der Weihnachtsbaum als unentbehrlich für das Weihnachtsfest angesehen wurde. Noch 1911 wurde es für möglich gehalten, dass junge Leute vom Land noch nie eine Bescherung unter dem Christbaum erlebt haben könnten. Schließlich gab es einen beleuchteten Christbaum für alle, immer mehr Geschenke wurden gekauft und sogar wieder umgetauscht, Südfrüchte, Schokolade und Stollen wurden immer größeren Bevölkerungsgruppen zugänglich. Selbst in der Obdachlosenunterkunft reichte man 1931 zu Weihnachten Bohnenkaffee. Die strengen Verbote aus der fürstbischöflichen Zeit gegen Umziehen, Lärmen, Tanzen, Singen wirkten noch lange nach, aber allmählich griffen fröhliche Weihnachtsfeiern um sich, es rannen die Bockbierquellen und Maskenbälle wurden anberaumt. Zum Jahreswechsel 1899/1900 durften zu Mitternacht die Glocken läuten. 1921 wurde erstmals ersucht, in der Silvesternacht Tanzmusik zuzulassen. Im 19. Jahrhundert hatte sich Bamberg tiefgreifend verändert: Stadt und Bevölkerung wuchsen, Dämme hielten das jährliche Hochwasser zurück, auf den freien Flächen entstanden Wohngebiete und Fabriken. Es gab nun eine Kanalisation unter gepflasterten und beleuchteten Straßen. Die Eisenbahn eröffnete schnellere Verbindungen. Neues kam, Altes verschwand unwiederbringlich. Die Bamberger erlebten Kriege, Hunger, Herrschaftswechsel und hielten doch fest an der Weihnachtsidee. Bamberg ist in der Weihnachtszeit besonders stimmungsvoll: durch den Krippenweg, die geschmückten Kirchen, die winkelige Altstadt und die verheißungsvollen Schaufenster. So entsteht die Verzauberung durch das Warten auf die Weihnachtsseligkeit, die wir aus unserer Kindheit kennen und von der wir alle Jahre wieder träumen.

Herausgeber: Dr. Renate Reuther, Elfi Roßteutscher
Verlag: © 2014 Veste-Verlag Roßteutscher
ISBN: 978-3925431517
Seitenzahl: 160
Format: 20,5 x 21,5 cm